Was Alerts sind
Alerts zeigen an, dass bei einem geplanten Scan eine Auffälligkeit erkannt wurde. Sie erscheinen in der Alerts-Übersicht und können optional per Mail oder Webhook weitergeleitet werden.
Warning und Critical
Alerts werden nach Schwere eingeordnet:
- Warning steht für eine Auffälligkeit, die beobachtet oder priorisiert werden sollte
- Critical steht für deutlicheren Handlungsbedarf, zum Beispiel bei einem fehlgeschlagenen Scan oder klar kritischen Schwellen
Diese Trennung beeinflusst sowohl die UI als auch Mail- und Webhook-Versand.
Alert-Modi
Wie ein Alert ausgelöst wird, hängt vom gewählten Modus des Scan-Ziels ab.
Auto-Modus
turbometrics erkennt Auffälligkeiten automatisch – ohne dass du Zielwerte definieren musst:
| Alert-Typ | Bedingung | Schwere |
|---|---|---|
| Score-Drop | Score fällt ≥ 10 Punkte vs. letzter Scan | Warning |
| Score-Drop | Score fällt ≥ 20 Punkte vs. letzter Scan | Critical |
| TTFB | TTFB mehr als verdoppelt vs. letzter Scan | Warning |
| TTFB | TTFB überschreitet 3 Sek. | Critical |
| TBT | TBT überschreitet 600 ms | Warning |
| TBT | TBT überschreitet 1.200 ms | Critical |
| HTTP-Status | Seite antwortet nicht mit HTTP 200 | Critical |
| Scan-Fehler | Geplanter Scan schlägt fehl | Critical |
Score-Drop und TTFB-Verdopplung benötigen einen vorherigen Scan als Vergleichsbasis. Beim ersten Scan eines Ziels greift nur der absolute TTFB-Grenzwert.
Benutzerdefinierter Modus
Du legst selbst absolute Schwellen für jede Metrik fest – je eine für Warning und eine für Critical:
- Score: Alert wenn Score unter den eingestellten Wert fällt
- TTFB: Alert wenn TTFB den eingestellten Wert überschreitet
- LCP: Alert wenn LCP den eingestellten Wert überschreitet
- TBT: Alert wenn TBT den eingestellten Wert überschreitet
Felder leer lassen bedeutet: diese Schwelle ist deaktiviert. Scan-Fehler-Alerts können im benutzerdefinierten Modus zusätzlich aktiviert werden.
Welche Alert-Typen es gibt
| Typ | Beschreibung |
|---|---|
score_drop |
Score stark gefallen (Auto-Modus) |
score_below_threshold |
Score unter Schwelle (Benutzerdefiniert) |
ttfb_above_threshold |
TTFB über Schwelle oder stark gestiegen |
lcp_above_threshold |
LCP über Schwelle (Benutzerdefiniert) |
tbt_above_threshold |
TBT über Schwelle (Benutzerdefiniert) |
http_status |
HTTP-Status nicht 200 (Auto-Modus) |
scan_failed |
Geplanter Scan fehlgeschlagen |
Zustände in der Oberfläche
Alerts durchlaufen mehrere Zustände:
- ungelesen – neu, noch nicht in der UI geöffnet
- gelesen – zur Kenntnis genommen
- ausgeblendet – bewusst aus der Liste entfernt; Mail-Versand wird ebenfalls unterdrückt
- gelöst – das Problem hat sich behoben
Wenn ein Alert den Zustand gelöst erreicht, verschickt turbometrics automatisch eine Recovery-Benachrichtigung – per Mail und Webhook, sofern für das jeweilige Ziel aktiviert. So weißt du nicht nur, wann ein Problem aufgetreten ist, sondern auch wann es sich behoben hat.
Alerts filtern und verwalten
Die Alerts-Übersicht unter /alerts ist als Posteingang aufgebaut.
Ansicht wählen:
- Neue (Standard) – ungelesene, offene Alerts
- Alle – alle nicht ausgeblendeten Alerts, offen und behoben
- Behoben – nur bereits gelöste Alerts
- Ausgeblendete – manuell ausgeblendete Alerts
Weitere Filter:
- Priorität: nur Warning oder nur Critical
- Typ: z. B. Score, TTFB, LCP
- Quelle: Scans oder Live-Daten
- Freitextsuche nach Titel, Domain oder URL
Alle Filter sind kombinierbar und bleiben beim Blättern erhalten.
Aktionen:
- Alle als gelesen markieren – erscheint in der „Neue"-Ansicht, wenn ungelesene Alerts vorhanden sind
- Alle gelesenen ausblenden – erscheint in der „Alle"-Ansicht, wenn gelesene Alerts vorhanden sind
- Einzelne Alerts können per Häkchen als gelesen markiert oder per ✕ ausgeblendet werden
Alert-Verzögerung: erst nach X schlechten Scans in Folge
Kurzfristige Ausreißer – zum Beispiel ein einzelner Scan mit erhöhtem TTFB – sollen nicht sofort zu einer Benachrichtigung führen. Dafür gibt es die Einstellung „Alert nach X schlechten Scans in Folge" pro Scan-Ziel.
Wie es funktioniert:
- Liegt ein Messwert über der Schwelle, wird ein interner Zähler für diesen Alert-Typ erhöht.
- Erst wenn der Zähler den eingestellten Wert erreicht, wird der Alert tatsächlich geöffnet und eine Benachrichtigung ausgelöst.
- Erholt sich die Seite zwischendurch, wird der Zähler zurückgesetzt.
- Ist ein Alert bereits offen, bleibt er offen – der Zähler spielt dann keine Rolle mehr.
Standardwert: 2 – ein Alert öffnet sich erst, wenn dasselbe Problem zweimal in Folge auftritt.
Wert 1 bedeutet: sofortiger Alert beim ersten Auftreten. Werte bis 3 sind einstellbar. Die Einstellung gilt für alle Alert-Typen des Scan-Ziels gleichermaßen – Scan-Fehler-Alerts folgen ebenfalls dieser Regel.
Problemzyklen
Ein Alert ist mehr als eine Einmalmeldung. Wenn sich ein Problem behebt und später wiederkommt, wird ein neuer Problemzyklus sichtbar – als separater Alert. Das hilft besonders bei instabilen Seiten oder wiederkehrenden Lastproblemen.
Ein ausgeblendeter Alert wird erst dann neu angelegt, wenn der Problemzyklus vollständig abgeschlossen war: also Problem → Recovery → neues Problem.
Alerts im Alltag sinnvoll nutzen
Bewährt hat sich:
- kritische Ziele zuerst einrichten
- Schwellwerte realistisch setzen
- Warnings nur dort aktivieren, wo frühe Signale wirklich nützlich sind
- Ausblenden nutzen statt ignorieren – ausgeblendete Alerts erzeugen keine weiteren Mails
So bleiben Alerts wertvoll statt laut.
Live-Daten Alerts
Neben Scan-basierten Alerts gibt es auch Alerts für Live-Daten (Real User Monitoring). Diese basieren nicht auf einzelnen Laborscans, sondern auf dem p75-Wert echter Besuchermessungen. Konfiguration und Verhalten sind separat dokumentiert.
Unterschied zu Benachrichtigungen
Alerts sind nicht dasselbe wie Benachrichtigungen:
- Alerts zeigen Problemzustände
- Benachrichtigungen zeigen, was per Mail oder Webhook versendet wurde
Für die Versandhistorie gibt es den eigenen Bereich Alert-Verlauf.