Elementor und Performance: Die häufigsten Fehler und wie du sie behebst
08.04.2026 · 8 Min. Lesezeit
Elementor ist der meistgenutzte WordPress-PageBuilder — und taucht in Performance-Audits regelmäßig als Problemursache auf. Aber das ist nur die halbe Wahrheit: Nicht Elementor selbst ist das Problem, sondern wie es eingesetzt wird. Eine sauber konfigurierte Elementor-Installation kann durchaus gute Core Web Vitals erreichen. Eine schlecht konfigurierte dagegen fast unmöglich.
In diesem Artikel zeigen wir die fünf häufigsten Performance-Fehler bei Elementor-Sites — und was du konkret dagegen tun kannst.
Warum Elementor Performance-Probleme verursacht
Elementor generiert für jede Seite eine Menge CSS und JavaScript. Standardmäßig lädt es viele dieser Ressourcen global — also auf jeder Seite, auch wenn sie dort gar nicht gebraucht werden. Dazu kommen:
- Render-blocking Scripts die den Browser-Hauptthread blockieren bevor die Seite sichtbar wird
- Google Fonts die standardmäßig extern eingebunden werden (zusätzliche DNS-Lookups, GDPR-Risiko)
- Icon-Sets wie Font Awesome, die vollständig geladen werden auch wenn du nur drei Icons verwendest
- Plugin-Ecosystem: Viele Elementor-Add-ons (Essential Addons, JetElements etc.) laden ihre Assets global statt seitenspezifisch
Das Ergebnis: Seiten mit 40–60 HTTP-Requests allein durch Elementor und seine Erweiterungen sind keine Seltenheit.
Die 5 häufigsten Fehler
Fehler 1: Alle Plugins laden global
Contact Form 7 lädt seine Scripte und Stylesheets auf jeder Seite — auch dort wo kein Formular eingebunden ist. Gleiches gilt für WooCommerce-Assets auf nicht-Shop-Seiten, für Slider-Bibliotheken auf Seiten ohne Slider, und für viele Elementor-Add-ons generell.
Das erhöht die Transfergröße und blockiert das Rendering unnötig.
Fehler 2: Google Fonts über Elementor einbinden statt lokal hosten
Elementor lädt Google Fonts standardmäßig direkt von fonts.googleapis.com. Das bedeutet: zusätzlicher DNS-Lookup, zusätzliche Verbindung, und je nach Datenschutzlage eine DSGVO-Grauzone.
Bei jeder Schriftart die du in Elementor über das Dropdown wählst, wird eine externe Anfrage ausgelöst — auch bei mehreren Schnitten derselben Schrift separat.
Fehler 3: Bilder nicht optimiert
Elementor-Seiten arbeiten oft mit großen Hero-Bildern, Hintergrundbildern und Galerien. Wenn diese unkomprimiert oder im falschen Format ausgeliefert werden, ist das der schnellste Weg zu einem schlechten LCP-Wert.
Lazy Loading ist bei Elementor zwar aktivierbar, aber nicht für alle Elemente standardmäßig aktiv — insbesondere Hintergrundbilder werden oft nicht lazy geladen.
Fehler 4: Kein Page-Cache oder falsches Caching-Plugin
Ohne Page-Cache muss WordPress für jeden Aufruf PHP ausführen, die Datenbank abfragen und HTML generieren. Bei Elementor-Seiten mit vielen Widgets und Meta-Abfragen ist das besonders teuer.
Viele Elementor-Nutzer installieren ein Caching-Plugin, konfigurieren es aber nicht korrekt — oder wählen ein Plugin das mit Elementor schlecht harmoniert.
Fehler 5: Zu viele Add-ons und Widgets
Das Elementor-Ökosystem bietet Hunderte von Widgets über Drittanbieter-Plugins. Jedes zusätzliche Add-on-Plugin lädt in der Regel eigene CSS- und JS-Dateien — oft global. Wer drei Add-on-Plugins installiert hat und davon jeweils zwei Widgets nutzt, zahlt dennoch den vollen Asset-Preis für alle verfügbaren Widgets.
Konkrete Lösungen
Improved Asset Loading aktivieren
Elementor bietet seit Version 3.x eine eingebaute Option zur Asset-Optimierung:
Elementor → Einstellungen → Performance → Improved Asset Loading
Diese Option sorgt dafür, dass Widget-spezifische CSS- und JS-Dateien nur noch auf Seiten geladen werden, auf denen das jeweilige Widget tatsächlich verwendet wird. Das kann die Anzahl der HTTP-Requests und die übertragene Datenmenge deutlich reduzieren.
Zusätzlich:
Elementor → Einstellungen → Performance → Optimized CSS Loading
Diese Option kombiniert und minimiert CSS-Ausgaben und kann den Critical-CSS-Ansatz unterstützen.
Google Fonts deaktivieren und lokal hosten
In Elementor gibt es zwei Stellen:
- Elementor → Einstellungen → Performance → Google Fonts: Auf „Disable" setzen
- Schriften stattdessen über
@font-facelokal einbinden — entweder direkt im Theme oder über ein Plugin wie OMGF (Optimize My Google Fonts)
Lokal gehostete Schriften vermeiden den externen DNS-Lookup, sind DSGVO-konform und können mit font-display: swap konfiguriert werden.
Bilder optimieren
Für Bilder in Elementor:
- Plugin zur automatischen WebP-Konvertierung einsetzen: ShortPixel oder Imagify sind bewährt und integrieren sich sauber mit der WordPress-Mediathek
- Bei Elementor-Hintergrundbildern: manuell darauf achten, dass optimierte Bildgrößen verwendet werden — Elementor lädt standardmäßig oft
full-Size-Bilder - Lazy Loading für Hintergrundbilder: Elementor → Einstellungen → Performance → Lazy Load Background Images aktivieren
Caching richtig einrichten
Page-Cache ist bei Elementor-Sites besonders wichtig. Zwei Optionen die gut funktionieren:
- LiteSpeed Cache: Kostenlos, sehr performant, integriert sich gut mit Elementor. Bei turbopress-Hosting ist LiteSpeed Cache standardmäßig aktiv und vorkonfiguriert.
- WP Rocket: Kostenpflichtig, aber mit guter Elementor-Kompatibilität und wenig Konfigurationsaufwand
Wichtig: Cache nach Elementor-Änderungen immer leeren. Einige Caching-Plugins tun das automatisch, andere nicht.
Zusätzlich: Elementor → Einstellungen → Performance → Background Image Lazy Load und CSS Print Method auf „External File" setzen — das erlaubt besseres Browser-Caching des generierten CSS.
Add-ons reduzieren
Gehe deine installierten Elementor-Add-on-Plugins durch und frage für jedes: Welche Widgets nutze ich tatsächlich? Wenn die Antwort „zwei von fünfzig" ist, lohnt es sich zu prüfen, ob du die Funktion nicht direkt in Elementor Pro oder per Custom Code lösen kannst.
Jedes Add-on-Plugin das du deinstallierst, sind Assets die nicht mehr geladen werden müssen.
Wie du den Erfolg misst
Optimierungen ohne Messung sind Raten. Die relevanten Metriken für Elementor-Sites:
- TTFB (Time to First Byte): Zeigt ob der Server und Cache korrekt arbeiten. Zielwert: unter 800 ms, besser unter 200 ms.
- LCP (Largest Contentful Paint): Das Hero-Bild oder der Hauptinhalt im sichtbaren Bereich. Zielwert: unter 2.500 ms.
- TBT (Total Blocking Time): Wie lange JavaScript den Hauptthread blockiert. Direkt beeinflusst durch Anzahl und Größe der JS-Dateien. Zielwert: unter 200 ms.
Messe vor der Optimierung, nach jeder Änderung, und regelmäßig danach — denn Plugin-Updates können Rückschritte verursachen.
Mit turbometrics kannst du deine Elementor-Site kostenlos scannen und siehst sofort welche der genannten Probleme vorliegen — inklusive KI-Empfehlungen für konkrete Maßnahmen. Der Scanner prüft TTFB, LCP, render-blocking Resources, Bildoptimierung und Browser-Caching in einem Durchlauf.
Fazit
Elementor und gute Performance schließen sich nicht aus — aber sie ergeben sich auch nicht von selbst. Die fünf größten Hebel:
- Improved Asset Loading in Elementor aktivieren
- Google Fonts lokal hosten statt extern laden
- Bilder als WebP ausliefern und korrekt lazy laden
- Page-Cache sauber einrichten und nach Änderungen leeren
- Add-on-Plugins auf das tatsächlich Genutzte reduzieren